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Kirchenbau

Eine Quelle des Glaubens

Serbisch-orthodoxe Gemeinde weiht neues Gotteshaus ein

Villingen-Schwenningen (diw). Tausende Arbeitsstunden, Dutzende helfende Hände und zwölf Monate Bauzeit verwandelten eine unscheinbare Wiese am Unteren Dammweg in Villingen in einen Platz für ein prächtiges Gotteshaus: Im Beisein hoher Würdenträger weihte die serbisch-orthodoxe Gemeinde am Sonntag ihre Kirche. Hunderte Gläubige verfolgten die feierliche Zeremonie. Durchatmen konnten die zumeist männlichen Mitglieder der weit verzweigten orthodoxen Gemeinde am Sonntag. Innerhalb eines Jahres haben sie für den sprichwörtlichen Gotteslohn das für hiesige Breiten ungewohnte Kirchlein förmlich aus dem Boden gestampft.Doch alle Anstrengungen und Auseinandersetzungen waren vergessen: Stolz reckt sich das blendend weiß verputzte Bauwerk mit der charakteristischen Kuppel in den Himmel.

Im Innern verbreitet sich - trotz noch fehlender Fresken - eine prachtvolle Stimmung: Zahlreiche Ikonen, schimmernde Fenster, beides von Meisterhand gemalt, ein riesiger Leuchter in der hohen Kuppel - die Ausstattung zeugt von den tiefen Wurzeln des Glaubens. Und diese Wurzeln waren bei der Weihe spürbar. In einer mehr als drei Stunden währenden stimmungsvollen Zeremonie wurde der Bau seiner Bestimmung als Kirche übergeben. Drei Mal umrundeten hunderte Gläubige am Ende außen das Gebäude, bevor ein Wagenrad großes Brot mit Wein übergössen, gebrochen und als besonders Zeichen der Verbundenheit verteilt wurde. Neben Vertretern der doppelstädtischen christlichen Gemeinde - was von Vertretern der serbisch-orthodoxen Kirche als besonderes Zeichen der Ökumene gesehen wurde - wohnten orthodoxe Pfarrer aus Stuttgart und Serbien dem Gottesdienst ebenso bei wie der für Mitteleuropa zuständige Bischof Konstantin aus Hildesheim.Der Bischof hob die ungewöhnliche Verbindung des Kirchleins mit Serbien

hervor: So steht das Gotteshaus in Nachbarschaft zur Brigach und unweit der Entstehung der Donau, die wiederum auf ihrem langen Weg ins Schwarze Meer auch die ferne Heimat berührt. Wie die Quelle die Donau speise, so Bischof Konstantin weiter, solle das Gotteshaus künftig den Orthodoxen als Quelle des Glaubens dienen. Besonderes Lob erfuhr aber auch die große Kraftanstrengung der in VS ansässigen Orthodoxen, die Kirche überhaupt zu bauen: Der frühere Pfarrer der Gemeinde, Slobodan Mitjevic, sprach anerkennend von einem »ungewöhnlichen« Projekt. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich die orthodoxen Gemeinden im Ausland - zumal solch kleine wie die doppelstädtische - ein eigenes Gotteshaus leisten: »Es spricht für die Gemeinschaft«, ist sich Mitjevic sicher. Und so hatte sich dieses »ungewöhnliche« Ereignis auch die Donau hinunter bis Belgrad herumgesprochen: Zur Weihe wurde in Zeitungen und Fernsehen über das Kirchlein in Villingen berichtet.

19. November 2002.